Use of Force
Modell
Das Use-of-Force-Modell dient als Orientierung, welche polizeilichen Maßnahmen abhängig vom Verhalten einer Person und der bestehenden Gefahrenlage verhältnismäßig eingesetzt werden können.
Verhältnismäßigkeit vor Eskalation
Zwangsmittel werden nicht eingesetzt, weil sie verfügbar sind, sondern weil die konkrete Situation ihren Einsatz erforderlich macht.
Eine Maßnahme muss zur Kontrolle der bestehenden Situation notwendig sein.
Die Intensität der Maßnahme muss zur tatsächlichen Gefahrenlage passen.
Der Schutz von Officers, Bürgern und unbeteiligten Personen besitzt höchste Priorität.
Eskalationsstufen
Mit zunehmender Gefahr können stärkere polizeiliche Maßnahmen erforderlich werden.
Lebensbedrohlich
Es besteht eine unmittelbare Gefahr für das Leben eines Officers oder anderer Personen.
Lethal Force
Einsatz der Dienstpistole beziehungsweise tödlicher Gewalt als letztes Mittel.
Beispiele und weitere Informationen +
- Angriff mit einer Schusswaffe
- bewaffneter Täter mit unmittelbarer Bedrohung
- Angriff mit einem tödlichen Gegenstand
- unmittelbare Lebensgefahr für Dritte
Tödliche Gewalt ist ausschließlich dann zulässig, wenn die bestehende Gefahr nicht durch ein milderes geeignetes Mittel kontrolliert werden kann.
Unkooperativ – Aktiv
Die Person leistet körperlichen Widerstand, greift an oder versucht aktiv, sich einer polizeilichen Maßnahme zu entziehen.
Less-Lethal
Taser, Schlagstock oder andere geeignete nicht-tödliche Zwangsmittel.
Beispiele und weitere Informationen +
- körperlicher Widerstand
- Angriff auf Officers
- aktiver Fluchtversuch
- aggressives Verhalten mit konkreter Gefahr
- Taser
- Schlagstock
- körperliche Kontrolle
- Unterstützung weiterer Officers
Unkooperativ – Passiv
Die Person verweigert Anweisungen oder arbeitet nicht aktiv mit, zeigt jedoch keine körperliche Gewalt.
Empty-Hand Controls
Polizeigriffe, körperliche Kontrolle, Fixierung und Sicherung.
Beispiele und weitere Informationen +
- Anweisungen werden ignoriert
- Person weigert sich stehen zu bleiben
- passives Blockieren einer Maßnahme
- keine aktive körperliche Gewalt
- Polizeigriffe
- kontrolliertes Festhalten
- Fixierung
- Sicherung mit Kabelbindern oder Handschellen
Kooperativ
Die Person verhält sich ruhig, kooperativ und folgt den Anweisungen des Officers.
Verbale Anweisungen
Kommunikation, klare Anweisungen, Identitätsfeststellung und einfache Kontrollen.
Beispiele und weitere Informationen +
- folgt polizeilichen Anweisungen
- verhält sich ruhig
- leistet keinen Widerstand
- stellt keine unmittelbare Gefahr dar
Die Situation soll durch Kommunikation, klare Anweisungen und professionelles Auftreten ohne Zwangsmittel gelöst werden.
Die Eskalationsstufen müssen nicht zwingend nacheinander durchlaufen werden. Entsteht unmittelbar eine lebensbedrohliche Lage, darf ein Officer direkt auf die entsprechende Gefahrenstufe reagieren. Gleichzeitig ist eine höhere Eskalationsstufe nicht gerechtfertigt, wenn ein milderes geeignetes Mittel ausreicht.
Wie wird das Modell angewendet?
Entscheidend ist nicht ausschließlich, was eine Person sagt, sondern welche tatsächliche Gefahr und welcher Widerstand vorliegt.
Ruhige Verkehrskontrolle
Die Person bleibt im Fahrzeug, folgt den Anweisungen und verhält sich ruhig.
Person verweigert Anweisung
Die Person weigert sich, einer Anweisung zu folgen, greift jedoch niemanden an.
Aktiver körperlicher Widerstand
Die Person schlägt nach einem Officer oder versucht sich aktiv gewaltsam einer Festnahme zu entziehen.
Unmittelbare Lebensgefahr
Eine Person richtet eine Schusswaffe auf Officers oder unbeteiligte Personen.
Kontrolle statt unnötiger Eskalation.
Ein professioneller Officer bewertet jede Lage anhand der tatsächlichen Gefahr, schützt Menschenleben und setzt nur die Maßnahmen ein, die zur sicheren Bewältigung der Situation erforderlich und verhältnismäßig sind.